Feste und Feiern in der Schule

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Der erste Schultag

Erster Schultag Westschule Euskirchen 1938
Foto von Peter Jakob Klein

Der erste Schultag war für die Schulneulinge schon immer ein besonderer Tag. Aber eine Feier in der Schule war zunächst nicht üblich.

 

Auf dem Foto sieht man einen Jungen an seinem ersten Schultag 1938. Der weiße Tafellappen war an der Schiefertafel befestigt und schaut aus dem Ranzen hervor.

 

Erst in den fünfziger Jahren gab es Schultüten. Später fand in einigen Schulen eine Feier statt, wie in der in der Chronik* der Schule Bleibuir für das Jahr 1961 vermerkt ist: „Bei Unterrichtsbeginn erfolgte die Aufnahme der Schulneulinge. Frl.x Schmitz hatte Lieder und Gedichte eingeübt und beim lustigen Frage- und Antwortspiel verloren die Kleinen bald ihre Scheu.“

Chronik: Ein Jahresbuch, in dem die Schulleitung wichtige Ereignisse in der zeitlichen Reihenfolge notiert.
x Frl. ist die Abkürzung für Fräulein

 

Nikolausfest und Weihnachtsfeier

 

Aus der Chronik der Volksschule in Schleiden wissen wir, dass 1953 am Nikolausfest die Kinder einen „großen leckeren Weckmann“ erhielten. Am 22.12.1953 gab es eine Schulweihnachtsfeier mit einem „Paketchenaustausch“.

In der Schule in Satzvey wurde 1956 ein Krippenspiel aufgeführt und Weihnachtslieder gesungen. Außerdem wird in der Chronik berichtet: „Die Kinder erhielten ein kleines Weihnachtsgeschenk in Form eines Bleistifts, eines Radiergummis, eines kleinen Schreibblocks und einiger Pfeffernüsse und verschiedenem Gebäck.“

 

Martinszug

Lehrer Schumacher mit seiner Schulklasse 1928 in Marmagen. Die Kinder zeigen stolz ihre selbstgebastelten Fackeln.

Seit fast 100 Jahren gibt es in der Eifel Martinszüge. Oft bastelten die Kinder Laternen in der Schule, übten Martinslieder und gingen mit der ganzen Klasse im Martinszug singend durchs Dorf. Die Kinder erhielten in der Schule einen Martinswecken. Meistens gab es auch ein Martinsfeuer. 

In einigen Dörfern wurde die Martinsfeier mit einer Verlosung verbunden. Viele Geschäftsleute spendeten Preise. Die Schulkinder verkauften die Lose. Von dem Erlös wurden die Martinswecken beschafft und der Rest wurde als Zuschuss für die Schülerbücherei oder für eine Klassenfahrt verwendet.

 

Karneval

Karneval in der Schule zu feiern, war lange Zeit verboten. 

Auf dem Foto, das 1934 gemacht wurde, sieht man Kinder aus der Volksschule Satzvey im Karnevalskostüm.

Für 1955 wird von der Schule in Dürscheven berichtet, dass die Kinder aller Jahrgänge an Rosenmontag mit Singen, Spiel und Tanz in der Schule Fastnacht feierten.

 

 

Staatlich angeordnete Schulfeste

Kaiserbesuch 1911

Ein besonders bedeutender Festtag war für die Schulkinder der Besuch von Kaiser Wilhelm II. in der Eifel. Er fuhr durch viele Orte im heutigen Kreis Euskirchen. Überall standen am Straßenrand Schulkinder und schwenkten Fähnchen mit dem Bild vom Kaiserpaar.

Fotos aus dem Buch: Tafel, Griffel, Rutenstock. 150 Jahre Eifeler Volksschulen, S. 162 u. 163.

 

 

Kaisers Geburtstag

Der Kaiser ist ein lieber Mann
er wohnet in Berlin
und wär das nicht so weit von hier
so ging ich heut noch hin.

Wisst ihr, was ich beim Kaiser wollt´
Ich gäb ihm eine Hand
und brächt das schönste Blümchen ihm
das ich im Garten fand.

Und sagte dann: In treuer Lieb
bring ich das Blümchen dir
Und dann lief ich geschwinde fort
so wär ich wieder hier.

Hier findest du ein Video über Kaisers Geburtstag und kannst die Melodie des Liedes hören. 

In der Kaiserzeit war es den Schulen vorgeschrieben, den Geburtstag des Kaisers zu feiern. So wird in der Chronik der Schule in Satzvey berichtet: 
„Nachgemeinsamer Teilnahme am Festgottesdienste versammelten sich die Kinder im festlich geschmückten Schullokale. Nach voraufgegangenem Gebete wechselten Lieder und Deklamationen, an die sich eine Ansprache des Lehrers anschloss. Nach einem „Hoch“ auf Seine Majestät und Absingen der Nationalhymne fand die Feier ihren Abschluss. Wie gewöhnlich, so erhielten die Kinder auch in diesem Jahr als Festgabe ein Weißbrot (Korinthen-Stuten).“

 

Als Kaiser Wilhelm II. 1917 zurücktrat und Deutschland eine Republik wurde, gab es keine jährlichen Geburtstagsfeiern für das Staatsoberhaupt mehr.

 

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